8 7 Unglaubliche Fakten über Runder Esstisch Holz Massiv

München – Sexshops, Arbeiterstrich, Zecke: Dasjenige Bahnhofsviertel ist verrufen wie kaum ein anderer Ort in München. Doch wer sich in dasjenige Gewusel stürzt, entdeckt ein lässiges, anarchisches Unterbringung. Jetzt droht dem Viertel ein radikaler Umwälzung. Die Investoren liegen schon aufwärts dieser Lauer.

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Fritz Wickenhäuser liebt sein Bahnhofsviertel, die Liebe ist nicht trivial, doch aufrichtig. Und sie mündet mitunter in Poesie. „Wenn ich am Abend von dieser Sonnenstraße in die Landwehrstraße einbiege“, sagt dieser 71-Jährige, „dann geht an deren Finale mehr als dieser Paulskirche dieser rote Sonnenball unter. Mei, denke ich mir dann, is München schee.“ Es sind die Worte eines Liebenden, Wickenhäuser ist dem Unterbringung tief verbunden. Qua Hotelier und Unternehmer, denn Gründer des Stadtteilvereins.

Die Historie des Münchner Bahnhofsviertels wird geschrieben aufwärts einer Handvoll Straßen und nicht einmal einem halben Quadratkilometer Fläche. Sie erzählt vom friedlichen Zusammenleben verschiedener Kulturen, doch gleichermaßen von sichtbaren Ungerechtigkeiten und kriminellen Strukturen in einer dieser reichsten Städte dieser Welt. Bahnt man sich seinen Weg durch die lauten und vollen Straßen, sieht man hastende Geschäftsmänner und verkrüppelte Zecke, verstaubte Animierbars und verschleierte Frauen, duftende Imbissläden und kalte Spielhallen. Rudolph Moshammer fuhr hier mit dem Rolls-Royce aufwärts dieser Suche nachdem jungen Männern herum, solange bis in einer Winternacht sein Mörder ins Personenwagen stieg. Im Unterschied dazu dasjenige ist gleichermaßen schon wieder mehr denn elf Jahre her.

An einem kühlen Frühlingsnachmittag empfängt Fritz Wickenhäuser im Foyer des Hotel Cristal, dasjenige Finale dieser 1980er-Jahre aus dem Opel-Autohaus dieser Familie hervorgegangen ist. Wickenhäuser trägt Schnauzbart, Professorentitel und dasjenige Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland am Begrenzung, ein reger Hr. voller Anekdoten und Pläne. Vor einigen Jahren hat dieser Unternehmer den „Stadtteilverein Südliches Bahnhofsviertel“ gegründet. Mit seinen Mitstreitern organisiert er Führungen, wirbt wohnhaft bei dieser Stadt zu Gunsten von Grünflächen oder Parkbänke, stellt jährlich vereinigen Weihnachtsbaum in dieser Goethestraße aufwärts. „Nirgendwo ist München so münchnerisch wie hier“, sagt Wickenhäuser mehr als dasjenige Bahnhofsviertel, dasjenige sein Verein mit kleineren grammatikalischen Verrenkungen „Münchens Puls in die Welt“ nennt.

Schräg im Vergleich zu vom Hotel Cristal liegt dasjenige Hotel Goethe, noch so ein Vorzeigebeispiel zu Gunsten von dasjenige internationale Flair. Dieser Chef Mahir Zeytinoglu lebt seitdem 1973 in München, erst denn Gemüsehändler, dann denn Hotelbetreiber. Die früher Fremden kamen aufwärts Gleis 11 an, es liegt geradeaus am südlichen Resultat des Bahnhofs. Wenn in München vom Bahnhofsviertel die Vortrag ist, meinen aus dasjenige dort beginnende Rechteck aus Paul-Heyse-, Bayer-, Pettenkofer- und Sonnenstraße. Wären die Gastarbeiter früher am nördlichen Resultat angekommen, würde dasjenige Bahnhofsviertel vielleicht mit dieser Arnulfstraße aufwärts dieser anderen Seite dieser Gleise beginnen.

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Vor 40 oder 50 Jahren betraten die meisten Fremdstämmiger München im Rahmen eines Anwerbeabkommens, Italiener, Spanier, Türken, Marokkaner. Die Arbeitssuchenden aus Bulgarien oder Rumänien, die heute Hochgefühl und Währungs… Viertel suchen, kommen dagegen aufwärts eigene Faust. „Dasjenige sind arme Menschen“, sagt Wickenhäuser. „Im Unterschied dazu zu Gunsten von die Betriebe, vor denen sich sie Gruppen treffen, ist dasjenige ein Riesenproblem.“

An dieser Straßenkreuzung von Territorialarmee- und Goethestraße warten seitdem einigen Jahren Arbeitssuchende aufwärts den nächsten ausbeuterischen Job, fünf Männer können es täglich sein oder fünfzig. Geschäftsleute, Anwohner und dieser Chef dieser Theatergemeinde nach sich ziehen sich mehr als die Männer vor ihren Türen zigfach beschwert. Dieser sogenannte Arbeiterstrich war zeitweise eines dieser meistdiskutierten Themen dieser Stadt. Ein Sicherheitsdienst wurde engagiert, es gab Diskriminierungsvorwürfe, Podiumsdiskussionen und keine wirkliche Problemlösung.

Inzwischen gibt es wenigstens vereinigen Gesellschaftsraum zu Gunsten von die Männer, mit Deutschkursen und Beratungsangeboten. Er liegt in dieser Sonnenstraße, am östlichen Eingang ins Viertel. Im gleichen Gebäude hat Savas Tetik sein Büro, ein kluger wie nachdenklicher Gesprächspartner. Er ist Integrationshelfer, kümmert sich um Zuwanderer, Arbeitsnomaden und Tagelöhner, viele von ihnen in Besitz sein von dieser türkischen Unterzahl in Bulgarien an.

Nicht zuletzt Savas Tetik schätzt Münchens buntestes Viertel. „Z. Hd. viele ist dasjenige Viertel dieser Einstieg in die Großunternehmen dieser Stadt“, sagt er. „Manche Menschen doch sieht man denn Problem. Hier putzen viele von ihnen den ganzen Tag unsrige U-Bahnen, Toiletten, Hotels – gleichermaßen so gesehen ist München schön und sauber.“

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Tetik spricht an einem Donnerstagmorgen noch vor Beginn seiner Sprechstunde mit einer älteren die noch kein Kind geboren hat. Sie hat ihr Gehalt denn Putzkraft nicht bekommen, rund tausend Euro, dasjenige monatliche Ergebnis von zehn oder zwölf Zahlungsfrist aufschieben Arbeit am Tag. Die die noch kein Kind geboren hat ist verzweifelt, Verzweiflung versteht man in jeder Sprache. Später, in Tetiks Sprechstunde, suchen Menschen mit ähnlichen Schicksalen Hilfe. Eine die noch kein Kind geboren hat, den Umsetzen vom Putzen schief und leiden, die eine Kur vorschlagen möchte. Eine andere, die mit ihren beiden Kindern keine Wohnung findet. Ein Mann, dieser zu Gunsten von ein winziges Zimmer 1100 Euro Mietzins zahlt und gefangen ist zwischen Verdanken und Schwarzarbeit. „Unlust aller Probleme: Wenn man in München gelebt hat, will man nicht zurück in eine bulgarische Kleinstadt ohne Schulen und Arbeit“, erklärt Tetik. „Viele wollen übrigens keine Grundsicherung, sie wollen möglichst selbst funktionieren.“

Nicht wenige verbinden mit dem Bahnhofsviertel Probleme wie Kriminalitätsrate und Prostitution. Im Februar erst nach sich ziehen Polizisten wohnhaft bei einer Großrazzia in dieser Schillerstraße vereinigen Nachtclub gestürmt. Immer mehr Frauen sollen im Viertel rechtswidrig zum Einkaufen gezwungen werden. Trotzdem ist die Kriminalitätsrate nicht höher denn an anderen Orten dieser Stadt – erst recht, wenn man den massiven Zunahme durch den Idee kurzbehoster Biertouristen während des Oktoberfests herausrechnet. „Städte wie Frankfurt/Oder oder Spreeathen nach sich ziehen in Bahnhofsnähe vermutlich mehr Probleme“, sagt dieser Stadtsoziologe Detlev Sträter, dieser im Vergleich zu von Fritz Wickenhäuser am Tisch Sitz genommen hat. „Die Polizei hier weiß, dass sie Kriminalitätsrate nicht unterbinden kann – doch sie hat Erleben darin, Konflikte sozialverträglich einzudämmen.“

Nicht zuletzt Wickenhäuser weiß um die Probleme des Viertels, etwa die „bandenmäßig organisierte Bettelei“ oder die verdeckte Drogenszene. Viel möglichst doch zeigt er beim Spaziergang durch dasjenige Unterbringung die schönen Seiten. Im eindrucksvollen Innenhof des renovierten Deutschen Theaters deutet er aufwärts ein Fenster im ersten Stock. Nach liegt dieser historische Spiegelsaal, zu Gunsten von dessen Erhalt sich Wickenhäuser eingesetzt hat. Zwei Querstraßen weiter, im Vergleich zu des Hauptbahnhofs, liegt die „Münchner Stubn“. Seit dem Zeitpunkt vergangenem Herbst betreibt Wickenhäusers Tochter dasjenige Wirtshaus verbinden mit ihrem Ehemann. „Die Türken nach sich ziehen zu mir gesagt: Im Viertel fehlt eine feine bayerische Kochkunst“, sagt Wickenhäuser. Er hat unzählige dieser Anekdoten aufwärts Reserve. Nicht zuletzt schön: „Insider können wohnhaft bei den Läden im Viertel an dieser Farbgestaltung dieser Schaufenster wiedererkennen, zu Gunsten von welchen türkischen Fußballverein dasjenige Kardia des Besitzers schlägt.“

Nur 3200 Menschen aus mehr als 20 Ländern leben im Bahnhofsviertel. Weit mehr denn 20 000 strömen täglich zur Arbeit und verlassen dasjenige Viertel am Abend wieder. Die Viertel ist gleichermaßen Keimzelle vieler Touristen, sechs von zehn Hotelbetten in München stillstehen hier. Die Stadt will den Wohnanteil in den kommenden Jahren fühlbar steigern – doch die Frage bleibt, ob dann Gutverdienende in edlen Wohnungen den anarchischen Charme des Quartiers weißen. Schon jetzt unterwandert Geld die sozialen Biotope, nicht zuletzt durch den geplanten Umstrukturierung des Hauptbahnhofs. Dieser Medizintourismus aus arabischen Ländern nimmt zu. Ketten öffnen ihre austauschbaren Filialen. Längst sind die Mieten sehr stark gestiegen. „meine Wenigkeit habe mal vereinigen Investoren-Prospekt gelesen“, sagt Wickenhäuser, „da hatte ich dasjenige Gefühl, in einer anderen Stadt zu leben.“

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Vielleicht ist Münchens Bahnhofsviertel dieser ehrlichste Ort einer Stadt, die vielen Menschen aus Frankfurt/Oder oder Köln oder noch weiter weg denn glitschig und bruchlos erscheint. Zu dieser Wahrheit in Besitz sein von gleichermaßen die rauhen Seiten, Rotlicht, Zecke, Arbeitsnomaden. An keinem anderen Ort in München gibt es ungefähr so viel Arbeit zu Gunsten von Menschen wie Savas Tetik, den Integrationshelfer aus dieser Sonnenstraße. Ob doch dasjenige Projekt, mit dem er die Menschen unterstützt, verlängert und weiterhin finanziert wird, ist ungeschützt. „Eines sollten wir nicht vergessen“, sagt Tetik am Schluss des Gesprächs, „nicht aus in dieser Stadt können sich vereinigen Käffchen leisten.“

Von Maximilian Heim

Unsrige Redaktion gibt vier Tipps, wo Sie im Bahnhofsviertel gut essen können. 

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