Frisch fototapete fenster new york  Designideen

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Nils Nova – bereits der Name schlägt vor, dass man damit eine Künstlerkarriere einschlagen könnte. Und tatsächlich hat der heute 48-jährige Luzerner schon als Kind eine Leidenschaft für die Malerei entwickelt.

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Mit zwölf Jahren zog seine Familie von San Salvador nach Luzern. Der Vater aus El Salvador, die Mutter aus Luzern, wuchs Nova in zwei Welten auf. Hier machte er erst eine Lehre zum Bootsbauer. «Was bestimmt keine schlechte Wahl war. Ich habe gelernt, richtig anzupacken, etwas anzufangen und es auch abzuschliessen», sagt Nova rückblickend.

Doch nach einem Arbeitsunfall und darauf folgenden Rückenproblemen musste sich Nova neu orientieren. «Als Zweitausbildung kam für mich nur ein Kunststudium infrage. Auch meine damalige Freundin und heutige Frau hat mich durch ihr Kunstschaffen darin bestärkt, es richtig zu versuchen.»

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«Ich wollte mehr Persönliches preisgeben.»

Nils Nova

Also begann er 1997 ein Studium an der Kunsthochschule in Luzern und erhielt ein Jahr nach dem Abschluss gleich den ersten Kunstpreis. Seither wurde er mehrfach ausgezeichnet und vielfach ausgestellt, realisiert Projekte auf der ganzen Welt. Trotzdem ist Nova stark in der lokalen Szene verankert, lebt mit seiner Frau, der Künstlerin Barbara Davi, und seiner Familie in Luzern und arbeitet in seinem Atelier in Emmenbrücke.

Eine Karriere, die sich so mancher Kunstschaffende wünschen würde, kam bei Nova ganz natürlich. «Ich bin oft noch heute überrascht, wie die Leute auf meine Bilder reagieren. Für mich sind es meist ganz natürliche Überlegungen und Arbeiten», betont er.

Nils Nova im Akku in Emmenbrücke. (Bild: jav)

Für die aktuelle Ausstellung im Akku in Emmenbrücke entwickelte Nils Nova eine Serie Malereien, mit welchen er einen neuen Weg beschreitet. Der Luzerner Maler zeigt in der Einzelausstellung «Fenster Fenster» ganz andere Seiten seiner Arbeit.

«Ich suchte eine neue Herangehensweise, wollte mehr Persönliches preisgeben», sagt Nova, während er im fertig eingerichteten Ausstellungsraum steht. Er spricht die Bilder an, welche sich klar von seinen bisherigen Arbeiten abgrenzen. Neu sind die Malereien bewegter. Man erkennt die Schichten und man erkennt, wo der Maler mit einer Farbe angefangen, wo er aufgehört hat. «Ich wollte, dass man den persönlichen Duktus sehen kann.»

«Ich will eine Malerei, die auch Fehler zulässt.»
Nils Nova

Trotzdem finden sich auch in Emmenbrücke Werke von Nova, die man sofort wiedererkennt: Sei es die riesige Fototapete, mit welcher er den Raum spiegelt, oder die «Projektionsflächen» und «Empty Centers», welche dem Betrachter eine unerklärliche Tiefe vorgaukeln und ihn in die eigenen Vorstellungen versinken lassen.

Nils Nova vor seiner aktuellsten fotografischen Auseinandersetzung mit dem Ausstellungsraum. (Bild: jav)

«Früher waren meine Arbeiten perfekter, oder sagen wir: konzeptueller. Sie waren eine offenere Projektionsfläche für den Betrachter. In den neuen Arbeiten gebe ich mehr preis von meiner Emotionalität und auch meiner Arbeitsweise», so Nova.

Der Luzerner Künstler ist mit seiner Kunst nicht nur in der Schweiz, sondern auch international erfolgreich. Er stellte unter anderem in Mexiko City, San Francisco, Venedig, São Paolo, Neu Delhi, im belgischen Liège und in Berlin aus. Dazu kommen Einzelausstellungen auch in Stockholm, Paris, Heilbronn oder New York.

Für sein Schaffen erhielt Nova …

Und er betont: «Ich will eine Malerei, die auch Fehler zulässt.» Eine neue Entwicklung bei seinen Bildern – auch bei den «Projektionsflächen» –, in welchen er durch die flächige Überlagerung von Farben eine fast strukturlose, vielschichtige Tiefe erzeugt. Die auf den ersten Blick perfekt scheinende Fläche hat nun öfters auch kleine Fehler. Ein Kratzer auf der Leinwand, ein Tropfen oder Haar werden bei näherem Hinsehen sichtbar.

Die Bilder sind noch immer Projektionsflächen, aber durch die «Fehler» – Unregelmässigkeiten auf der Leinwand – wird ein Blick zum Künstler dahinter zugelassen. Was er früher verhüllte, gibt er dieses Mal preis. Der Künstler lässt sich in die Karten schauen, er lässt sich bei der Arbeit quasi beobachten.

«Es ist eine sehr ehrliche Arbeit», betont die Kuratorin Lena Friedli und weist dabei auf ein spannendes Detail hin: Einige der neuen Werke lassen – von der Seite her betrachtet – seine Arbeitsweise teilweise nachvollziehen, da die Farbschichten auf der Leinwand teilweise sichtbar werden, welche von vorne nicht zu sehen sind – oder höchstens in einer unerklärbaren Tiefe.

Bei den Farben kennt Nova keine Grenzen: «Ich arbeite mit allen Farben. Ich will mich nicht in einer selbst vorgeschriebenen Palette beschränken. Dabei mische ich sie in die Mehrfarbigkeit bis hin zur Unfarbigkeit.» Ein Widerspruch. Und Nils Nova liebt die Widersprüche, wie er selbst betont.

Projektionsfläche, 2016 (7), Acryl auf Leinwand, 103 × 199 cm

Auch in seinen fotografischen Arbeiten findet sich dieser Widerspruch, bei der Auseinandersetzung mit dem Raum, welche sich ebenfalls durch Novas Schaffen zieht. «Der leere Raum ist wie ein leeres Blatt, welches alles möglich macht – und trotzdem ist schon so viel da. Es ist ein Widerspruch in sich», erklärt er vor der Fototapete, welche einen mitten in der Ausstellung in einen völlig anderen, exakt gleichen, aber leeren Raum versetzt.

Und nicht nur mit der Spiegelung des Raums, auch in seiner Installation lässt Nova den Betrachter mit seiner Wahrnehmung alleine. Vom Titel wird man oft im Stich gelassen – man muss seine eigenen Assoziationen zulassen und darf sich in den «Projektionsflächen» verlieren. Ob in der Leere oder in der unzählbaren Vielschichtigkeit von Farbe.

Die Ausstellung von Nils Nova in der Kunstplattform Akku in Emmenbrücke dauert vom 21. Januar bis 19. März 2017.

Die Vernissage findet am Freitag, 20. Januar 2017, um 19 Uhr statt.

Weitere Infos und mehr zu den Veranstaltungen während der Ausstellung finden Sie auf der Webseite der Kunstplattform Akku.

Empty Center (54), 2012, Acryl auf Baumwolle, 45,5 × 35 cm